Warum Städtereisen mit dem Bus?
Eine Städtereise mit dem Bus ist die unkomplizierteste Art, deutsche Großstädte zu entdecken. Der wichtigste Vorteil: Die meisten Fernbus-Haltestellen und ZOBs liegen zentral. In München steigst du direkt am Hauptbahnhof aus, in Berlin am ZOB Charlottenburg mit S-Bahn-Anschluss, in Hamburg am ZOB neben dem Hauptbahnhof. Du bist sofort mittendrin, ohne erst vom Flughafen in die Stadt fahren zu müssen.
Dazu kommt der Preis: Fernbus-Tickets gibt es bei frühzeitiger Buchung ab 5 Euro. Selbst kurzfristig zahlst du selten mehr als 25–35 Euro für Strecken innerhalb Deutschlands. Zum Vergleich: Ein ICE-Ticket auf derselben Strecke kostet oft das Drei- bis Fünffache.
Weitere handfeste Vorteile einer Bus-Städtereise:
- Kein Parkplatzstress: In Innenstadtnähe kosten Parkplätze 15–30 Euro pro Tag. Das sparst du dir komplett.
- Entspannt ankommen: Du lehnst dich zurück, nutzt das WLAN im Bus, liest oder schläfst. Kein Stau-Stress, keine Autobahnmüdigkeit.
- Klimafreundlich: Pro Fahrgast verursacht ein Fernbus rund 30 Gramm CO2 pro Kilometer. Das ist weniger als Bahn, deutlich weniger als Auto oder Flugzeug.
- Kontakte knüpfen: Wer allein reist, kommt im Bus leichter ins Gespräch als im eigenen Auto. Gerade auf längeren Strecken ergibt sich oft ein netter Austausch mit anderen Reisenden.
Die 8 besten Städte für eine Bus-Städtereise
Diese acht Städte sind per Fernbus hervorragend angebunden und bieten genug Programm für einen Tagesausflug oder ein ganzes Wochenende.
- Berlin: Der ZOB Charlottenburg liegt am Messedamm mit direktem S-Bahn-Anschluss (Messe Nord/ICC). Von dort erreichst du Brandenburger Tor, Museumsinsel oder Kreuzberg in 20–30 Minuten. Berlin hat das größte Fernbus-Angebot in Deutschland mit über 50 Verbindungen täglich.
- München: Ankunft am ZOB direkt neben dem Hauptbahnhof. In 15 Minuten bist du zu Fuß am Marienplatz. Pflichtprogramm: Englischer Garten (einer der größten Stadtparks Europas), Viktualienmarkt, und bei gutem Wetter den Blick auf die Alpen vom Olympiaturm.
- Hamburg: Der ZOB liegt südlich des Hauptbahnhofs. Speicherstadt und HafenCity sind zu Fuß erreichbar. Tipp: Die Hafenfähren der HVV (Linie 62) sind im Tagesticket enthalten und ersetzen eine teure Hafenrundfahrt.
- Köln: Fernbusse halten am Breslauer Platz, direkt hinter dem Hauptbahnhof. Der Kölner Dom steht buchstäblich 200 Meter entfernt. Weitergehen ins Belgische Viertel für Cafés und kleine Läden oder ans Rheinufer in die Südstadt.
- Dresden: Der Fernbus-Halt am Bayrischen Platz liegt zentral. Die Altstadt mit Frauenkirche, Zwinger und Semperoper ist in 10 Gehminuten erreichbar. Lohnt sich besonders im Dezember wegen des Striezelmarkts, einem der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands.
- Leipzig: Ankunft am Hauptbahnhof, der selbst eine Sehenswürdigkeit ist (größter Kopfbahnhof Europas). Leipzigs Südvorstadt und Plagwitz gehören zu den lebendigsten Szenevierteln in Ostdeutschland. Die Spinnerei, eine ehemalige Baumwollspinnerei, beherbergt über 100 Künstlerateliers und Galerien.
- Nürnberg: ZOB am Hauptbahnhof, Altstadt in 5 Minuten zu Fuß. Die Kaiserburg thront über der Stadt und bietet den besten Überblick. Bratwürstchen auf dem Hauptmarkt sind Pflicht, dazu ein Besuch im Germanischen Nationalmuseum mit über 1,3 Millionen Exponaten.
- Frankfurt: Fernbusse halten am Südbahnhof, von dort fährst du mit der S-Bahn in 5 Minuten zum Römer. Frankfurt kombiniert Wolkenkratzer-Skyline mit der rekonstruierten Altstadt. Der Palmengarten (Eintritt 7 Euro) ist eine grüne Oase mitten in der Stadt.
Tagesausflug oder Wochenendtrip?
Ob ein Tagesausflug reicht oder du besser ein Wochenende einplanst, hängt vor allem von der Fahrzeit ab.
Ein Tagesausflug lohnt sich, wenn die Busfahrt maximal 3–4 Stunden dauert. Beispiel: Du wohnst in Hannover und fährst nach Hamburg (ca. 2,5 Stunden). Mit einem Frühbus um 7 Uhr bist du gegen 9:30 Uhr da, hast den ganzen Tag und nimmst den Bus um 20 oder 21 Uhr zurück. Das funktioniert gut für Städte, die du schon kennst und gezielt besuchen willst, etwa für eine Ausstellung, ein Konzert oder einen Weihnachtsmarkt-Besuch.
Ein Wochenendtrip ist besser, wenn die Fahrzeit über 4 Stunden liegt oder du die Stadt zum ersten Mal besuchst. Berlin, München oder Hamburg haben so viel zu bieten, dass ein Tag schlicht zu kurz ist. Plane bei einem Wochenendtrip den Freitagabend zur Anreise, nutze Samstag und Sonntag voll aus und fahr Sonntagabend zurück.
So holst du das Maximum aus einem Kurztrip heraus:
- Recherchiere vorher 3–5 konkrete Orte, die du sehen willst, und plane die Route so, dass du nicht kreuz und quer durch die Stadt fährst.
- Kauf dir direkt nach Ankunft ein ÖPNV-Tagesticket. In den meisten Städten kostet es 7–9 Euro und spart gegenüber Einzelfahrten erheblich.
- Meide die Haupttouristenzeiten: Museen sind vormittags unter der Woche am leersten, beliebte Restaurants am besten zwischen 11:30 und 12:00 Uhr besuchen, bevor der große Ansturm kommt.
- Packe leicht. Mit einem Rucksack statt Koffer bist du flexibler und sparst die Gepäckaufbewahrung am Bahnhof (4–6 Euro).
Praktische Tipps für Bus-Städtereisen
Mit diesen Tipps wird deine nächste Städtereise mit dem Bus günstiger und bequemer:
Buchung und Preise:
- Buche 2–4 Wochen im Voraus. Die günstigsten Tickets (ab 5 Euro) sind früher verfügbar, kurz vor Abfahrt steigen die Preise deutlich.
- Dienstag bis Donnerstag sind die günstigsten Reisetage. Freitagabend und Sonntagabend sind am teuersten.
- Nutze die Apps von FlixBus, BlaBlaCar Bus oder Pinkbus zum Preisvergleich. Die App CheckMyBus vergleicht alle Anbieter auf einen Blick.
- Manche Anbieter bieten Sparpreise für Hin- und Rückfahrt im Paket an. Lohnt sich besonders bei Wochenendtrips.
Gepäck und Komfort:
- Standardmäßig darfst du ein Handgepäckstück und einen Koffer (max. 20 kg) mitnehmen. Zusatzgepäck kostet je nach Anbieter 2–5 Euro.
- Reserviere einen Fensterplatz, wenn du schlafen willst. Zum Anlehnen deutlich bequemer als der Gangplatz.
- Nimm Kopfhörer, eine Powerbank und Snacks mit. Die WLAN-Verbindung im Bus ist oft instabil, lade dir Podcasts oder Filme vorher herunter.
- Bei Fahrten über 4 Stunden gibt es in der Regel eine Pause an einer Raststätte (15–20 Minuten).
Am Zielort:
- Lade dir die ÖPNV-App der jeweiligen Stadt herunter (BVG für Berlin, MVG für München, HVV für Hamburg). Damit kaufst du Tickets digital und findest die schnellste Verbindung.
- Viele Städte bieten City Cards an (z.B. Berlin WelcomeCard ab 23 Euro für 48 Stunden), die ÖPNV und Museumsrabatte kombinieren. Rechne vorher durch, ob sich das bei deinem Programm lohnt.
Kosten im Überblick
Was kostet eine Städtereise mit dem Bus tatsächlich? Hier eine realistische Aufstellung für einen Wochenendtrip:
- Fernbus-Ticket (Hin- und Rückfahrt): 15–50 Euro, je nach Strecke und Buchungszeitpunkt. Frühbucher zahlen oft nur 10–20 Euro für beide Fahrten.
- Unterkunft (eine Nacht): Hostel-Mehrbettzimmer 15–30 Euro, Budget-Hotel 50–80 Euro, Mittelklasse-Hotel 80–130 Euro. In Großstädten sind Freitag auf Samstag die teuersten Nächte.
- ÖPNV-Tagesticket: 7–9 Euro in den meisten Städten. Das Deutschlandticket (49 Euro/Monat) lohnt sich, wenn du öfter fährst.
- Verpflegung pro Tag: 15–25 Euro, wenn du mittags einen Imbiss nimmst und abends in ein normales Restaurant gehst. Supermarkt-Frühstück spart nochmal 5–8 Euro gegenüber dem Café.
- Eintritte und Aktivitäten: Viele Sehenswürdigkeiten sind kostenlos (Kölner Dom, Brandenburger Tor, Speicherstadt). Museen kosten meist 8–15 Euro, ermäßigt 4–8 Euro.
Gesamtbudget für ein Wochenende: Sparsam kommst du mit 60–80 Euro hin (Hostel, Selbstverpflegung, kostenlose Sights). Mit Hotel und Restaurant landest du bei 150–250 Euro. Das ist deutlich günstiger als die gleiche Reise mit dem Auto (Sprit, Maut, Parkgebühren) oder der Bahn.
Häufige Fragen
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